Der Weinberg von Franche-Comté


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In der Franche-Comté schmeckt das Gold wie Savagnin

grappes-de-raisinIn einem der ältesten Weinbaugebiete Frankreichs züchtet man mit Fleiβ und Freude sechs Weine mit dem AOC Gütesiegel aus fünf sehr alten Rebsorten auf der Erde der Franche-Comté: aus dem Savagnin, dem Chardonnay, dem Pinot noir, dem Trousseau und dem Poulsard. Seit 5 000 Jahren werden Sie jeden Herbst aufs Neue geboren und überleben so die Jahrhunderte. Von Rabelais bis Brel haben zahlreiche Poeten in diesem Gebiet Halt gemacht, und die Weine der Gegend besungen.

 

Die weiβen Rebsorten - Der Savagnin

grappes-raisinDer Savagnin ist die bevorzugte Rebsorte der Winzer des Jura; mit ihr wird auch der bekannte Gelbwein erzeugt, und etwa 15 % der Anbaufläche der Gegend sind mit dieser Rebsorte bepflanzt. Der Jura liefert die bevorzugte Erde der Rebsorte, und nur hier gedeiht er richtig. Der Savignin, dessen Name sich von „sauvage", was soviel wie wild bedeutet, ableitet, stammt von Weinreben, die selbst wild wuchsen, und wurde von den Stiftsdamen von Château-Chalon zu dem gemacht, was er heute ist. Er wird Ende Oktober gelesen, wenn die Trauben langsam einen bronzefarbenen Schimmer bekommen.


Der Chardonnay

Im Jura wird diese Rebsorte aus dem Burgund seit dem 14. Jahrhundert eingesetzt. Sie bedeckt etwa 45% der Anbaufläche. Er wird manchmal gemeinsam mit dem Savagnin verschnitten, gewinnt dadurch an Körper und verbreitet diskret das bodenständige Aroma des Terroir.

 

Die roten Rebsorten

Der Poulsard
Der Name Poulsard geht auf "Pelousse", eine wilde und essbare Beere zurück, und wird vor allem im Norden des Jura angebaut. Er liefert einen hellroten Wein, weshalb man ihn auch gerne Roséwein nennt. Er wird jung getrunken und verbreitet ein leichtes Unterholz-Aroma.
 

Der Pinot noir

Diese Rebsorte wird als erste reif und stammt ebenfalls aus dem Burgund. Sie wird nur selten alleine verarbeitet, und zumeist dazu verwendet, um die Farbe des Poulsard zu verstärken und ihm mehr Kraft zu verleihen.

 

Der Trousseau

Man findet ihn im Norden, wo er 5% des Anbaugebiets bedeckt. Es handelt sich um eine seltene, launige und verkannte Rebsorte, die einen intensiven Rotwein hervorbringt, der sich durchaus mit den Grand Crus der bekannten Weinbaugebiete messen kann.

 

Sechs AOC Gütesiegel und fünf Rebsorten

 

Château-Chalon, die Wiege des Gelbweins
Der Gelbwein ist das Gold des Jura. Der Gelbwein ist ein Wein, den es in Frankreich nur einmal gibt, und der die Spezialität der Stiftsdamen von Château-Chalon war, deren Abtei im 7. Jahrhundert gegründet wurde. Da ihnen fleischliche Freuden verboten waren, berichtet die Legende, dass sie sich am Wein schadlos hielten. Etwas nüchterner ausgedrückt könnte dieser wunderbare Wein jedoch auch ein Produkt des Zufalls sein: ein Winzer habe in seinem Keller ein altes Fass links liegen gelassen, fand es einige Jahre später wieder und habe dabei eine merkwürdige Veränderung des Weines festgestellt.

 

Château-Chalon liegt auf seinem Felsen hoch über der Gegend von Revermont und überblickt dabei die 50 Hektar Weinbaugebiet, denen es alleine erlaubt ist, die Appellation Château-Chalon zu tragen.

 

Die fünf Hügel des Dorfes Etoile

Auf den 80 Hektar an Weinbergen, die rund um das Dorf Etoile liegen, das wiederum von fünf Hügeln mit fünf Schlössern umgeben wird, wird nur Weiβwein angebaut. Dieser Wein, der auf einem Boden wächst, in dem man noch immer sternförmige Fossilien finden kann, entwickelt ein intensives Aroma von Feuerstein und Haselnüssen.

 

Arbois, Hauptstadt des Jura Weingebiets

Die Appellation Arbois ist die Hochburg des Juraweins und war gleichzeitig das erste Gebiet in Frankreich, das vom Gesetzgeber mit dem AOC Gütesiegel bedacht wurde. 800 Hektar Weinberg umgeben die mittelalterliche Siedlung, in der Louis Pasteur, der Vater der Oenologie gewirkt hat.

 

Ein Côtes du Jura in all seiner Farbenpracht

Die Côtes du Jura ist eine Appellation, die sich über den gesamten Revermont, von Port Lesney bis Saint Amour erstreckt, mit 700 Hektar Anbaufläche und mehr als 60 Winzerdörfern. Man findet hier die gesamte Produktpalette des Juraweins.

 

Der perlende Crémant belebt so manches Fest

Die Schaumweinperlen blicken im Jura auf eine lange Tradition zurück, denn ihre Herstellung reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der AOC Wein Crémant du Jura wird nach traditioneller Methode mit einer zweiten Gärung in der Flasche gekeltert.

 

Der Macvin, der Lieblingswein von Marguerite von Flandern

Dieser Likörwein aus Traubenmost und Trester reift mindestens 18 Monate lang im Eichenfass und war das Lieblingsgetränk der Gattin von Philippe le Hardy. Ein Traubenbouquet mit samtweicher Nase und einem extrem langen Abgang.


 

Ein untypisches Produkt und 3 Landweine

Der Strohwein, so sanft wie ein Kuss
Dieser Likörwein ist ein seltenes Produkt und wird aus eingetrockneten Trauben, den so genannten „raisins passerillés" hergestellt: zu Beginn der Weinlese werden die schönsten Trauben in Weidenkörben gesammelt und dann auf einer Strohmatte liegend oder in einem gut durchlüfteten Raum hängend zwei bis drei Monate lang getrocknet. Nach einem sehr langsamen Gärungsprozess erhält man einen starken Wein mit einem Alkoholgehalt von 14,5 bis 17%. Der Strohwein altert etwa drei Jahre lang im Fass, und wird nur in geringen Mengen gekeltert, da für 18 Liter Wein etwa 100 kg Trauben benötigt werden.


Der Landwein aus der Heimat von Courbet

Dank eines lokalen Vereins, des RURANIM, wurde im Louetal vor kurzem die alte Winzertradition wieder zu neuem Leben erweckt, die 1965 sanft entschlafen war. Auf 6 Hektar Anbaufläche auf den sonnigen Hängen von Ornans wird seit 1992 wieder Wein der Rebsorten Poulsard, Auxerrois und Chardonnay angebaut. Währen die ersten Weine aus der Produktion den insgesamt 1 600 Mitgliedern von RURANIM vorbehalten waren, kommen von nun an alle Liebhaber eines guten Weines in den Genuss der Produktion.

 

Charcenne, eine Weinbauoase

Am Ende des letzten Jahrhunderts hat die Reblaus den Wein von Charcenne von der Landkarte verschwinden lassen. Die Wiedergeburt dieses Weines ist der Hartnäckigkeit und dem Können der Familie Guillaume, die sich seit 1732 mit dem Weinbau beschäftigt, zu verdanken, die dem Weinbau in dieser kleinen Gegend der Haute-Saône neues Leben eingehaucht hat. Die Bodenbeschaffenheit von Charcenne ähnelt jenen des bekannten Weinbaugebiets des Burgunds und auch die Lage lässt nichts zu wünschen übrig. Die Familie Guillaume hat neue Weingärten geschaffen, in denen sich nun wieder jene Reben befinden, die einst das Ansehen dieser Landweine ausgemacht haben. Auf den wunderbaren Böden von Charcenne und Gy erstrecken sich die Anbaugebiete nun wieder über mehr als 20 Hektar.

 

Dies hat dazu geführt, dass sich die Weine aus Charcenne bereits einen soliden Ruf hinsichtlich der Qualität in ihrer Kategorie geschaffen, und zahlreiche Preise gewonnen haben; sie haben darüber hinaus Einzug in einen bekannten Weinführer gehalten und wurden von einer nationalen Tageszeitung ausgezeichnet.

 

Die Coteaux de Champlitte, oder die Geschichte einer Wiedergeburt

Eine erste Wiedergeburt des Weingebietes von Champlitte, das bereits 921 erwähnt wurde, wurde durch den ersten Weltkrieg zunichte gemacht. Dem eisernen Willen von Albert Demard und der Arbeit zahlreicher Helfer ist es zu verdanken, dass es das Wiengebiet von Champlitte in der Haute-Saône nun wieder gibt. 34 Hektar Weingärten gibt es dort heute und man keltert Weiβweine, Rosé- und Rotweine, die durchaus dazu geeignet sind, eine Mahlzeit vom Aperitif bis zum Nachtisch zu begleiten.

 

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